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Wir möchten allen ein gutes neues Jahr 2012 und vor allem Gesundheit wünschen.
Was wird uns das neue Jahr bringen?
Großkonzerne und Banken bestimmen immer mehr unser tägliches Leben. Ihre Geldgier kennt keine Grenzen. Wo bleibt die viel beschworene Transaktionssteuer, die Finanzhaien und - junkies ein wenig Einhalt gebieten soll? Den volkswirtschaftlichen Schaden, den sie anrichten, muss der einfache Bürger ausbaden. Die Politiker der großen Parteien schauen teilnahmslos zu oder ebnen ihnen den Weg, weil sie ohne die großzügigen Parteispenden nicht mehr leben möchten.
Selbst im beschaulichen Albbruck hat die Globalisierung erbarmungslos zugeschlagen. Die Papierfabrik, die seit mehr als 140 Jahren die Region geprägt hat, wird bald der Vergangenheit angehören. Der Runde Tisch war eine reine Alibiveranstaltung, um die Gemüter zu beruhigen.
Wo bleiben die neuen viel beschworenen Investoren? Sind sie nur eine Fata Morgana? Über 1500 Arbeitsplätze werden in der Region vernichtet und dies aus reinen Renditegründen. Eine ländliche Region wie die unsere steckt so etwas nicht einfach weg.
Die wirtschaftliche nachhaltige Entwicklung bleibt auf der Strecke, die für zukünftige Generationen ein Auskommen in unserer Region ermöglicht. Die Wirtschaft kennt keine Moral mehr. Ein fairer und respektvoller Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört der Vergangenheit an.
Wir Bürgerinnen und Bürger sind aber gefordert, über alle Partei- und Gesellschaftsgrenzen hinweg neue Konzepte und Perspektiven für unsere Region zu erarbeiten. Albbruck darf nicht zur Industrieruine für die nächsten Jahrzehnte werden.
Wir Bürger sind gefordert, dass das Gemeindeleben nicht wegen fehlender Perspektiven und Geldmangel zum Erliegen kommt.
Wir Bürger sind gefordert, dass Albbruck nicht in Vergessenheit gerät. 2012 wird ein sehr schwieriges Jahr.
Wir Bürger sind gefordert diese Krise als Chance für Neues zu nutzen.
Leserbrief zum Artikel: "Hoffnungsschimmer für Papierfabrik Albbruck" vom 24.09.11
Leider sehe ich nach diesem runden Tisch keinen Hoffnungsschimmer für die Papierfabrik mehr. Die politischen Amtsträger sind hingegen zuversichtlicher, obwohl sie nichts in der Hand haben. Doch die Wirtschaft kennt keine Moral. Dies gilt insbesondere für Konzerne. Wo war die finnische Konzernspitze? Geht man so mit Menschen um, die man ihrer Zukunft beraubt?
Klamm heimlich schlich sich ihr Topmanager durch die Hintertür zur Konferenz. Besitzen Topmanager eigentlich noch ein Rückgrat? Sind sie nicht Manns genug, den Menschen vor Ort in die Augen zu schauen? Was UPM da anbietet, ist doch ein Witz. In 4 Wochen einen seriösen Investor zu finden, grenzt an ein Wunder. Was Herr Wurster gesagt hat, ist nicht so wichtig. Was er verschwiegen hat, umso mehr.
UPM wird einem Konkurrenten nie erlauben, die Papierfabrik zu übernehmen, denn sie möchten die Papiermenge auf dem Markt reduzieren. Ein unseriöser Investor hat nur das Interesse, die Papierfabrik auszuschlachten und die Mitarbeiter um ihre Abfindung zu bringen.
Leider sind unsere Gesetze in Deutschland viel zu konzernfreundlich. Auf Kosten der Arbeitnehmer bereichern sich immer mehr Konzerne. Was uns bleibt, ist die Hoffnung - und die stirbt bekanntlich zuletzt.
Kilian Kronimus
Leserbrief zum Artikel: "Schließung der Papierfabrik Albbruck"
Die Papierfabrik Albbruck soll geopfert werden, weil die Rendite des Mutterkonzerns UPM nicht stimmt. Aufkaufen und dicht machen. So entledigt man sich lästiger Konkurrenz. Für Albbruck und die Region ist dies ein herber Schlag, denn das Traditionsunternehmen, die Papierfabrik, ist tief im Bewusstsein der Menschen hier im Südschwarzwald verwurzelt.
Dies ist wieder ein Beispiel für den ungezügelten Kapitalismus, den so genannten Raubritterkapitalismus, der von den großen Parteien so hoch gelobt wird. Die soziale Marktwirtschaft kommt unter Räder. Die Region steht vor einem großen Scherbenhaufen. Die Gemeinde Albbruck wird den Gürtel verdammt eng spannen müssen, um diese Katastrophe zu überstehen.
Mein Mitgefühl gilt den Mitarbeitern der Papierfabrik und ihren Familien, die bald ihren Job verlieren und vor einer ungewissen Zukunft stehen. Den vielen regionalen Unternehmen, die direkt oder indirekt von der Papierfabrik abhängig sind und diese neue Situation meistern müssen.
Kilian Kronimus